Orgelsommer 2026

Klassisch
Renaissance-Ensemble
KlangRäume… öffnen
Sonntag, 16. August 2026, 18:00 Uhr | St.-Dionysius-Kirche Pr. Oldendorf
Sopran I: Carolina Andrade
Sopran II: Ester Kronenburg
Alt: María-José Pinilla (Posaune)
Tenor: Constantin Heuer
Bariton: Ján Janovčík
Bass: Kevin Brown (Dulzian)
Orgel: Václav Hřebec

Programm
Heinrich Isaac (um 1450–1517)
Missa solemnis zu sechs Stimmen
Kyrie – Gloria – Sanctus – Agnus Dei
(mit Orgelimprovisationen von Václav Hřebec im Stil Paul Hofhaimers)

In diesem Konzert öffnet sich den Zuhörern die Tür zu einer Musik, die in unserer heutigen Zeit nahezu in Vergessenheit geraten ist.
Auf der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit erlebten die Künste in der Renaissance eine wahre Blütezeit. Die Erfindung des Buchdrucks fällt in diese Zeit ebenso wie das Wirken des Universalgenies Leonardo da Vinci. Kirchliche und weltliche Fürsten förderten die Künste großzügig. Florenz bildete sich als Wiege und Zentrum der Renaissance heraus. In den Bereichen von Architektur, Malerei, Dichtung und Musik führte die großzügige Förderung zu ungeahnten Kunstwerken. Während wir die Malerei und Architektur auch heute noch bewundernd betrachten können, sind wir im Bereich der Musik vor die große Frage gestellt: „Wie wurden die Kompositionen jener Zeit aufgeführt?“ Historische Quellen mit Schilderungen der Aufführungspraxis und alte Stiche geben uns hier wichtige Hinweise.
Diesen Hinweisen folgt das Ensemble des heutigen Abends, indem z. B. alle gemeinsam aus einem Chorbuch musizieren. In dem Chorbuch sind die Stimmen nicht wie in einer modernen Partitur übereinander angeordnet, sondern stehen nebeneinander. Im Notenbild sucht man vergeblich Achtel- oder Viertelnoten. Hier heißen die Noten etwa Brevis und Semibrevis und erinnern im Aussehen nur wenig an Noten, die wir heute kennen. Je nach Bedarf war es üblich, dass Chorstimmen auch mit Instrumenten jener Zeit verstärkt wurden. Das waren z. B. Schalmei, Zink, Pommer oder Posaune. Die Orgel wurde hingegen nicht als Begleitinstrument eingesetzt. Ihre Aufgabe war es alternatim, d. h. im Wechsel mit dem Chorgesang, zu spielen. Dabei erklangen in der Regel keine Kompositionen, sondern der Organist übte sich in der hohen Kunst der Improvisation.
Václav Hřebec ergänzt deshalb die Missa solemnis mit Orgelimprovisationen im Stil des kaiserlichen Hoforganisten Paul Hofhaimer. So eröffnen sich uns Zuhörern des 21. Jahrhunderts in diesem Konzert ganz neu Klangräume aus sehr alter Zeit.

Terminübersicht

Gut zu wissen

Preisinformationen

Preis Erwachsener: 12,00 €

Preis Kind: Freier Eintritt

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